Lindauer Wochenblatt 03.12.2009

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Die Initiatoren des Projekts, Otto Zech (v.l) und Jörg Oswald bei einem Workshop. Foto: Elmar ElbsG

"Wer äußere und innere Grenzen überwindet, kann etwas zusammenführen und neue Perspektiven entdecken ." Das steht nicht in einer philosophischen Abhandlung zu lesen, sondern so lautet die Grundidee eines Kunstprojekts. "Bindestrich" nennen die beiden Künstler Otto Zech (Wuppertal) und Jörg Oswald (Berlin) ihr geistiges Kind, dem sie unter anderem mit einem sechs Kilometer langen Kunstweg zwischen Scheidegg-Scheffau (Deutschland) und Sulzberg-Thal (Österreich) Leben einhauchen möchten. "Entlang der Wegstrecke, die schon geographisch eine Grenzüberschreitung darstellt, werden an konzentrierten Punkten künstlerische Beiträge umgesetzt", erklärt Mitorganisatorin Stephanie Roos-Zech. Das können etwa Skulpturen von Schülern der Hauptschule Lindenberg sein oder Formationen des Karateclubs Lustenau. Denn getreu dem Motto von Joseph Beuys "Jeder ist ein Künstler" soll der Weg von "ganz normalen Menschen" gestaltet werden. "Alle können mitmachen", sagt Roos-Zech, "in der Gruppe oder alleine." Das gilt auch für die von Oswald betreuten Videoinstallationen. Eine davon heißt "See me" ("sehe mich"), und das nicht ohne Grund: Sie stellt die Unterschiede zwischen Fremd- und Eigenwahrnehmung heraus. Ein Selbstporträt erscheint dabei gleichzeitig in unterschiedlichen Perspektiven und soll so neue Sichtweisen eröffnen.
Kunstraum Scheune
Ebenso interaktiv gestalten sich die fünf geplanten Kunsträume in Scheunen der beiden beteiligten Gemeinden. Dort können die Hobbykünstler zwischenmenschliche Mechanismen thematisieren, etwa das Ich-Erleben im Du, die Grenzen der Individualität, die Brücke der Sprache. Außerdem ist ein Lichtstrahl vorgesehen, der die Orte Scheffau und Thal verbindet, und ein Lichtlauf mit 120 Kindern. Besonders wichtig ist den Initiatoren die Nachhaltigkeit der Aktionen. "Durch die Arbeit an den Projekten sollen sich langfristig Netzwerke entwickeln", so Zechs Vision. Bis zur endgültigen Präsentation im Mai nächsten Jahres werden er und Oswald die Gruppen betreuen und immer wieder vor Ort sein. Was ihnen nicht schwer fällt, denn ihre langjährige Liebe zum Allgäu war der Bindestrich zum "Bindestrich"-Projekt.
Am Projekt "Bindestrich" sind bereits viele Westallgäuer und Vorarlberger Institutionen beteiligt wie etwa die Hauptschule Lindenberg, die Lebenshilfe Vorarlberg und die Design-Akademie Dornbirn. Vom 7. bis 9. Mai 2010 werden die Ergebnisse auf dem Kunstweg präsentiert. Wer teilnehmen möchte, kann sich an Stephanie Roos-Zech wenden unter 0202/520593.

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